MC Skull Bückeburg
Angefangen hat alles schon 1978.
Einige motorradbegeisterte junge Männer, aus dem Raum Bückeburg, trafen
sich in regelmäßigen Abständen zum Quatschen, Schrauben, Fahren
und natürlich auch zum Feiern. Die gemeinsamen Interessen und die regelmäßigen
Treffen sorgten dafür, daß der Zusammenhalt und das Zusammengehörigkeitsgefühl
gefestigt wurde.
Dieter, Norbert und Vince waren damals die führenden Köpfe, die auch
den Entschluß faßten einen Motorradclub zu gründen. Sie hatten
schon genaue Vorstellungen von dem Colour. Natürlich mußte es ein
Dreiteiler sein, mit Angabe des Städtenamens „Bückeburg“,
was den Gebietsanspruch deutlich machte. Zwar gab es zu dieser Zeit noch andere
MC´s in der Umgebung, doch die Zeit hat gezeigt, daß sich der MC
Skull durchgesetzt hat.
Am 29.September 1979
wurde der Club offiziell geboren.
Ein Clubhaus gab es in den ersten Jahren noch nicht. Der MC traf sich bei Membern
Zuhause und in Kneipen, so wie es damals üblich war. Der eine oder andere
wird sich sicher noch an die legendären Kellerparties erinnern. Die Motorräder
der Anfangszeit waren größten Teils japanische, hubraumschwache Modelle
und anfänglich beschränkten sich die Skulls auf Treffen und Feiern
mit hiesigen Clubs. „Außer der einen oder anderen Meinungsverschiedenheit
war soweit alles easy. Man mußte sich genauso behaupten und durchboxen,
wie heute auch.“, erinnert sich Presi Leiche.
Stress mit den Grün-Weißen wurde damals wie heute möglichst
vermieden, denn funktionierende Lösungen lassen sich besser Szeneintern
regeln.
Als die Maschinen größer und zuverlässiger wurden, schauten die Skulls auch mal in Süddeutschland und im benachbarten Ausland nach, was da so läuft. „Zu dieser Zeit fuhren wir meist Reihenvierzylinder und Guzzies.“, bemerkt Schappi. Es war üblich das der MC Skull in einem Monat mehrere Male hunderte Kilometer in Richtung Süden fuhr, nur um mit befreundeten Clubs zu feiern. Der Zahn der Szene-Zeit hat auch vor diesen Clubs nicht halt gemacht. Viele dieser MC´s haben sich in der Zwischenzeit aufgelöst oder fusionierten.
Bei einer Clubgeschichte von 25 Jahren wissen
die Member von Höhen und Tiefen zu berichten. So mußten sie sich
früher gegen die unterschiedlichsten Gruppierungen behaupten. In der Disco
oder auf dem Zeltfest fanden sich immer ein paar Leute, die sich mit den „Rockern“
messen mußten. „ Meist merkten sie schnell, daß sie sich die
Falschen ausgesucht haben. Naja, wir sind eben auch keine Chorknaben!“,
berichtet Leiche mit einem verschmitzten Lächeln. .Es gab mal Zeiten, da
zählten die Schädel mal gerade fünf Member, doch an Aufgabe haben
sie nie gedacht. „Wir haben die Farben auch mit fünf oder sechs Leuten
immer hochgehalten und das Durchhalten hat sich gelohnt. Gerade diese schwierigen
Zeiten haben die verbleibenden Member nur noch enger zusammenrücken lassen.“,
erklärt Presi Leiche.
Auch viele traurige Stunden zeichnen den Weg vom MC Skull. 1989 verunglückte
Kalle tödlich mit dem Motorrad, 1991 nahmen sie Abschied von Atze, 1992
wurde Poty zu Grabe getragen und zuletzt betrauerten sie 1994 Gründungspresident
Dieter. Jahre nach seinem Tod wird sein Motorrad einen würdigen Platz im
Clubhaus finden.
Gründungsmember Norbert ist auch heute noch dabei. Ein Grundprinzip der Skulls lautet: Klasse statt Masse!
„Denn das hat sich in all den Jahren immer wieder herausgestellt das es
besser sei einer weniger zu sein, dafür aber sicher zu sein das wirklich
alle Brüder hinter einem stehen.“, erklärt Norbert.
Die meisten Clubmember blicken auf eine Zugehörigkeit von 15 bis 20 Jahren
zurück. Auch Leiche kann auf 20 Jahre Clubzugehörigkeit schauen. Heute
gibt es keine Nachwuchsprobleme und die Skulls können auf 14 Mann blicken,
die es auf ein Durchschnittsalter von 42 Jahren bringen, wobei der älteste
Member, Hubert, 67 Jahre jung ist. Weitere Chapter gibt es nicht.
„ Wir hatten früher altdeutsche
Schrift und die Farben rot / schwarz auf
dem Colour.
Da viele Leute mit dem Entziffern der Schrift Probleme hatten, haben wir uns
1986 für die neue Variante des Colours, in den Farben schwarz /weiß
mit Druckschrift, entschieden.“, weiß Gründungsmitglied Norbert
noch ganz genau.
Überwiegend fahren die Skulls mit ihren Harleys durch die Gegend, doch
ein reiner HarleyClub sind sie nicht. Einzige Bedingung, die sie an die Member
stellen ist ein Motorrad mit mindestens 500 ccm. Der Traum aus Milwaukee bedeutet
nicht alles. Es kommt eben nicht nur auf das Motorrad an, sondern auf den Menschen,
der es fährt.
Einmal pro Jahr fahren sie mit dem Club in den Urlaub. Bevorzugtes Ziel ist
Dänemark.
Solche Urlaube schweißen zusammen und obwohl diese tiefe zusammengehörigkeit
schon fast an Familienbanden erinnert, so sind sie doch sehr straff organisiert.
Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Presi: Leiche, Secretary:
Micha, Sgt. At Arms: Lars und Treasurer: Bicke. Diese fünf kümmern
sich intensiv um die Interessen und Belange des Clubs.
Erst 1988 fanden sie ihr erstes Clubhaus, wo
sie mal gerade für vier Jahre seßhaft wurden und auch im nächsten
Clubhaus hielten sie es nur kurze Zeit aus.
1995 fanden sie dann endlich ihr endgültiges Zuhause. Ein alter Lokschuppen
der Bahn sollte das neue Clubhaus werden. Bevor es jedoch bezugsfertig war,
war noch eine gehörige Portion an Arbeitseinsatz fällig. Der Schuppen
mußte komplett ausgebaut werden. Es mußten Wände gezogen, sowie
Strom- und Wasserleitungen gelegt werden und Fenster mußten eingesetzt
werden. Da hieß es dann jeden Samstagmorgen zum Arbeiten antreten und
bis abends wurde unermüdlich renoviert, was das Zeug hielt. Das muß
eine stressige Zeit gewesen sein, denn abends war auch noch Programm angesagt,
indem auf Clubparties der Gegend Präsenz gezeigt wurde.
Zur Clubphilosophie gehört auch: „Wer sich nicht um andere Clubs
kümmert, der braucht sich auch nicht wundern, wenn zu den eigenen Parties
keiner kommt!“
So dauerte es eineinhalb Jahre bis das Clubhaus bezogen werden konnte. Heute
bietet das Gebäude auf zwei Etagen über 300 qm Platz zum Feiern und
natürlich wurde auch an Schlafgelegenheiten nicht gespart.
Zu Beginn der Bauarbeiten zählte der Club noch 16 Schädel und danach
waren sie nur noch zehn. „Da hat sich die Spreu vom Weizen getrennt.“,
erläutert Leiche.
Seit nunmehr elf Jahren findet an jedem dritten
Freitag im Monat ein Open Day statt, der sich nicht nur in der Clubszene größter
Beliebtheit erfreut, sondern auch unter den Freebikern der Umgebung. Mit 50
Leuten und mehr rechnen die Skulls auf ihren Open Days. Seit 4 Jahren gibt es
so genannte „Special Open Days“, wo den Gästen regelmäßig
eine Rock `n `Roll Party mit Livebands oder anderen „Specials“ geboten
wird.